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Presse Freistil

Presseauszug – FREISTL
das erste Kabarettsolo von Viktor Gernot:

TANZ, HERR MINISTER!

Kabarettist Viktor Gernot brillierte am Dienstag in der umjubelten Premiere seines neuen Solostücks „Freistil" im Wiener Orpheum als Alleskönner.


Wie soll man Flatulenz in Worte fassen, wenn man wie Viktor Gernot aus tiefer Scham die Sache nicht beim Namen nennen will, sondern unbedingt umschreiben muss? In Österreich sind unzählige Möglichkeiten bekannt. Zum Beispiel „einen Koffer abstellen", „der Herr der Winde sein" oder, wie Viktor Gernot verrät, „den Specht anklopfen lassen". „Der Schas" hat aber im ersten Soloprogramm von Viktor Gernot nur eine thematische Gastrolle. Ansonst brennt bei ihm etwas anderes ab. Ein Feuerwerk an herrlichen Pointen.

Man kennt Viktor Gernot als „Hektiker"-Viertel, als „Wodka Orange"-Hälfte und Mitglied der „Kranken Schwestern". Man kennt ihn als TV-Moderator für „Alles TV", die „Romy Gala 1999", die „Topspot-Gala". Man kennt ihn als Conferencier im Kabarett Simpl. Und man kennt ihn als Musicalbariton mit sicherer Tiefe und rudimentärem Tanzverständnis. Etwas vergessen? Ja. Der Mann sagt auch den schnellsten Verkehrsfunk und noch vieles andere im Hörfunk an. Warum diese - zugegebenermaßen lückenhafte - Aufzählung? Viktor Gernot ist ein erschreckend vielseitiger Künstler, so vielseitig, dass der Musicaldarsteller, Schauspieler, Sänger, Kabarettist, Interviewer, Fernsehmoderator, Gitarrist seine Talente für „Freistil" - um es wie Otto Baric auszudrücken – endlich maximal gebündelt hat. Der rote Faden des wunderbaren Programms: Ein Enddreißiger erlebt den nahtlosen Übergang von der Pubertät zur Midlife-Crisis. Und da sind wirklich viele Dinge beim Namen zu nennen.

Warum er ein Anonymer Melancholiker ist? Warum die Anwesenheit des Mannes bei einer Geburt die Rache der Frauen an den Zeugungsgehilfen ist? Warum der American Way of Life auch für einen, der auf amerikanische Musik, Filme, Lebensart steht, schrecklich ist? Warum Viktor Gernot nach tausenden Vorstellungen der großen Liebe Musical ade sagen möchte? Warum er bei Frauen so enorm gepunktet hat. (Jetzt ist er verheiratet.) Dazwischen eingestreut begeistert er im Doppel mit sich selbst. Man erlebt wahnwitzige Interviews live und auf Plasmabildschirm mit populären Gesprächspartnern wie Peter Alexander, Thomas Klestil, Otto Schenk und Karl-Heinz Grasser. Letzteren lässt er im Sitzen orientalisch tanzen, dass einem dabei die Tränen in die Augen schießen. So würden viele den Finanzminister gerne öfter sehen. Die vielfältige Performance von Viktor Gernot lässt „Freistil" zu einem wahren Vergnügen werden. Wer ins Kabarett geht, um vor allem zu lachen und weniger um seinen zweiten Bildungsweg nachzuholen, dem sei dieses köstliche Programm wärmstens ans Herz gelegt.

Salzburger Nachrichten, 02.10.2003. ALEXIS WIKLUND
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Unter dem Damenkloschwert

Viktor Gernot mit seinem ersten Soloprogramm „Freistil“
… Am besten ist Viktor Gernot als Stimmenimitator und Parodist. Schließt man die Augen, glaubt man einen umständlichen Otto Schenk dozieren zu hören. Macht man sie wieder auf, wirft er gerade als Thomas Klestil „in großer Besorgnis“ seinen Kopf im Nacken hin und her oder wippt als Karlheinz Grasser neoliberal zu Austropop-Klängen („Es ist meins, Koarlheinz, net deins“)...
...Gernots erstes Soloprogramm „Freistil“ handelt vom alternden Selbst, der Krise des Musicals oder den Erfahrungen beim Bundesheer. Zu einem sprachlichen Höhepunkt läuft er als Herbert Prohaska auf, der über seinen Kopf das „Damenkloschwert“ hängen sieht; zu einem musikalischen als Rainhard Fendrich („Weilst a Herz hast UND a Bergwerk)…

KURIER, 02.10.2003. Alexandra Seibel
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Felix aus der Asche


Wien - Die "Midlifecrisis" schmilzt im Mund eines herangewachsenen Kabarettisten wie automatisch zur "Lebensmittelkrise". Da führt kein Weg vorbei. ...Viktor Gernot, aus einer böhmisch-mühlviertlerischen Familie stammendes, nunmehr 38-jähriges Mitglied der "Hektiker", hat anlässlich der seinigen (Krise) ein erstes Soloprogramm - die Premiere fand im Orpheum statt - entwickelt. Freistil lebt aber insgesamt mehr von den nachweislich gelernten Bühnenfertigkeiten des einstigen Musicaldarstellers als von den gereichten Einfällen...

...Ein Sinnseminar im griechischen Bergkloster ließ dem frisch verheirateten Mann einige Fragen ungeklärt, die dieser via "Satelliteninterview" (!) ausgerechnet an folgende Personen des öffentlichen Lebens richtet: Otto Schenk ("Dezenz ist Schwäche"), Thomas Klestil ("mit großer Besorgnis"), Karl-Heinz Grasser und Peter Alexander - allesamt von ihm verkörpert...

...Ohne Konsonanten. Höhepunkte liegen bei Gernot in der Form: Als Sprachpolizist umkreist er gierig das Feld der österreichischen Konsonantenverweigerung und folgt dabei genau einer Spur der Ungenauigkeit ("Damenkloschwert", "Felix aus der Asche") oder pervertiert das im österreichischen Radio übermäßig eingesetzte Zungenspitzen-R. Bemerkenswert ist außerdem die André-Heller-Imitation ("Ja, die Subvention, die ich nicht abstaub', gibt es nicht")...

Der Standard, 03.10.2003. Margarete Affenzeller.
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Programm & Beruf(ung): Viktor Gernots Freistil

Was dem vielseitigen Künstler bis jetzt fehlte, waren ein Soloprogramm und die passende Berufsbezeichnung. Mit "Freistil" ist ihm beides gelungen.

Mit sich selbst alt werden ...
Statistik und Zeit arbeiten gegen Viktor Gernot, sie besagen nämlich, dass er sich bereits in seiner 2. Lebenshälfte befindet. Diese Tatsache, gepaart mit der Erkenntnis, dass Altern an sich keine Leistung ist, versetzt den Enddreißiger nicht gerade in Hochstimmung. Doch Viktor Gernot arbeitet an sich mit dem Ziel, sagen zu können: "Okay, Du bist der Typ, mit dem ich alt werden will!"

Zu alt!
Es gibt Orte, die sind das genaue Gegenteil des Jungbrunnen. Wo man beispielsweise in wenigen Monaten um ganze Jahre altern kann, ist beim Bundesheer, das man als Endprodukt "frustrierter, deprimierter, dicker Mann" verlässt. Das Prädikat "zu alt!" hat allerdings auch gute Seiten, beispielsweise als Gefreiter im Ruhestand, zu denen sich Viktor Gernot zählen kann. Außerdem ist er fürs Fernsehen zu alt, "sowohl als Konsument, als auch als Produkt". Überhaupt, wenn sich Viktor Gernot selbst am Bildschirm sehen würde, würde er über sich selbst drüberzappen. Vielleicht ist dies der Fall, weil die zum humoristischen Traktieren freigegebenen Themen "Tiere und Straßenverkehr" für Viktor Gernots Freistil dann einfach doch zu einschränkend waren.

Ex-Amerika-Fan
Nicht zu alt, aber verständnislos ist Viktor Gernot gegenüber Halloween, dem "Kinderverkleidungsfestl mit Gruselfaktor", obwohl er gewisse Parallelen zu den Sternsingern feststellen kann und eingestehen muss "Kein noch so übler Halloweenscherz macht mir mehr Angst." Es folgt eine äußerst gelungene Passage über das fragwürdigerweise Gelobte Land, in der sich Gernot fast kollerisch über die Vergewaltigung "UNSERES Nikolaus" zum Santa Claus erbost und ironisch fassungslos mit Anspielung auf Arnie fragt "Ivica Vastic als Wiener Bürgermeister? In Amerika geht das!"

Gernot hoch 2
Viktor Gernot gibt's auch zum Quadrat, nämlich als Videoprojektion, wo er alias Schenk, Grasser, Klestil und Alexander im wahrsten Sinne des Wortes ganz nach des anderen Gernots Pfeife tanzen. Gernot geizt also nicht mit denen beim Publikum so beliebten Parodien und Imitationen. Außerdem wird oft musiziert, viel gesungen, ein bisschen getanzt und so erhebt sich Viktor Gernot selbst zum Aushängeschild der facettenreichen Freistilkunst.

Premierenbericht www.kabarett.at
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Viktor Gernot setzt im Freistil zum Höhenflug an

Der in der Lebens-Mittel-Krise befindliche 38,5 Jährige Allrounder Viktor Gernot startete seinen ganz persönlichen Höhenflug. Am 30. September war der Start seines ersten Soloprogramms "Freistil", im Oktober folgt die DVD/VHS des Jubiläumsprogramms "Jenseits - Eine Konsequenz" gemeinsam mit seinen Hektiker-Kollegen und im November folgt die neue Live –CD gemeinsam mit seinen Best Friends sowie die "A Jolly X-Mas"-Show im Wiener Simpl. Damit versucht der Unsubventionierte (O-Zitat: "Es gibt keiner jemanden Geld, der einen ans Bein pinkelt") Metro-Sexuelle (= ein Hetero, der ein Deo benutzt und sich regelmäßig wäscht) gegen seine anonyme Melancholie (er ist Mitglied der Anonymen Selbsthilfegruppe der Melancholiker) anzukämpfen.

Freistil ist nicht nur der Titel seines ersten Soloprogramms, sondern auch eine zu ihm passende Berufsbezeichnung. Eine Bezeichnung für einen wie ihn, der standhaft versucht, sich nicht "schubladisieren" zu lassen. Und dies gelingt tatsächlich nicht. Denn in seiner Show zieht er alle Register seines Talents, wie Rollenspiele (grandiose Satelittenschaltungen zum Gagen-bewussten Prof. Otto Schenk, zum Prinz der Beliebigkeit Karl Heinz Grasser, zum ersten Mann im Staat Dr. Thomas Klestil, der sich Joe Zawinul als Nachfolger wünscht und zu Peter Alexander, der ihn für seinen legitimen Sohn hält), Parodie, Imitation, Musik und Tanz - obwohl mit dem Tanzen (Stepnummer a la Fred Astaire) "happert's" noch ein wenig.

Musikalisch mit dabei Fendrich, Ambros, sein Great American Songbook und der aktuelle Zilk-Blues zur Heeressanierung. In der "Nacht des Outing" philosophiert er über Fasten- und Schweige-Seminare in einem griechischen Bergkloster ebenso wie über die Rache der Frauen an den Männern bei der Geburt und vergleicht den Geburtsschmerz einer Frau mit dem eigenhändigen Entfernen eines Nasenhaares des Mannes. Er beweist, dass Altern kein Verdienst ist, parodiert das Zungen "R" und die Konsonantenverweigerer dieses Landes - allen voran Schneckerl Prohaska ("Damenklo-Schwert, Pan-Aroma, Syphilis-Arbeit") und gibt seine sexuelle Schüchternheit zu.

Alles in allem ist der Sänger, Schauspieler, Musiker, Unterhalter, Erscheiner, Kabarettist, Autor, hoher Jazz- und Musicalbariton mit sicherer Tiefe und rudimentärem Tanzverständnis, Bühnen-, Film- und Fernsehdarsteller (zitiert aus seiner Künstlerbiographie) einfach genial. Der schon im Schwimm-Juniorennationalteam erfolgreiche wird eines sicher nicht: so schnell baden gehen.

Mostviertel Basar, 07.10.2003. Dieter Rath.
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Der Entertainer CITY, 26.09.2003. Peter Blau.

Doppel-Debüt: Beruflich versucht sich Viktor Gernot als Solo-Kabarettist, privat als Ehemann.

Vor 14 Jahren beschloss ein Mühlviertler Musical- und Schauspielschüler namens Gernot Jedlicka, seinen für einen Künstler vermeintlich eher untauglichen Nachnamen abzulegen und sich hinkünftig Viktor Gernot zu nennen. Ein Pseudonym, dem er seither alle Ehre macht: der Siegreiche. Anfang der 90er feiert er als junger Kaiser Franz-Josef in dem Musical „Elisabeth" Erfolge. Für die Verkörperung des „Lumiere" in „Die Schöne und das Biest" wird er mit dem deutschen Musicalpreis, dem ,Image Award 96', ausgezeichnet. Doch Musical-Star allein ist ihm schon bald zu wenig. Gernot leistet sich eine Vielseitigkeit, die sich sehen lassen kann. Für den ORF moderiert er Unterhaltungs-Shows („Sapperlot", „Alles TV") und wirkt an Comedy-Sendungen mit („Die kranken Schwestern", „Wodka Orange").Sein Faible für Komik und Kabarett führt ihn zunächst in den Simpl und kurze Zeit später zu den Hektikern, deren Mitglied er seit 1994 ist. Seine große Liebe zum Jazz lebt er als Sänger der Band Viktor Gernot & bis best friends (vormals Animal House) aus, die heuer ihr vierzehnjähriges zwangloses Bestehen feiert.
Und jetzt, mit 38, will er auch noch Solo-Kabarettist werden. Sein erstes selbst gemachtes Programm heißt „Freistil" und ist ein entsprechend interdisziplinärer Unterhaltungs-Mix aus Parodie, Rollenspiel und Musik. Satirisch, ironisch, persönlich - und Erfolg versprechend. Denn mit „Freistil" hat Gernot bereits vor über 20 Jahren gute Erfahrungen gemacht. Damals wurde er österreichischer Hallenmeister in der 4 x 200-Meter-Freistil-Staffel.

In der Aufzählung Ihrer Berufsbezeichnungen auf Ihrer Homepage steht neben Sänger, Schauspieler, Musical-Darsteller, Moderator usw. auch „Erscheiner". Was genau hat es denn damit auf sich?
„ Der Begriff ist aus der Not heraus entstanden und natürlich selbstironischgemeint. Es gibt aber tatsächlich Veranstaltungs-Organisatoren, die mich dafür engagieren, schlicht da zu sein. Um ein Argument für die Seitenblicke-Redaktion zu haben. Damit das Fernsehen anrückt und über den Event berichtet. Es gibt viele Kollegen, die sich das auch gut bezahlen lassen. Sogar bei Benefiz-Veranstaltungen! Das mache ich definitiv nicht."

Sie nehmen also höchstens gerne und aus Überzeugung an Promi-Gokart-Rennen am Wörthersee teil?
„ Ich bin vor einem Monat tatsächlich das erste Mal bei einem Promi-Gokart-Rennen mitgefahren. Und ich mache das bestimmt nie wieder. Ich habe schon als Kind bei Jahrmärkten im Autodrom Heulkrämpfe bekommen, weil ich das so schrecklich fand. Und, wie ich merken konnte, hat sich daran nichts geändert. Motorsport zählt definitiv zu den doofsten Dingen, die es gibt. Ich spiele gerne Fußball und Tennis. Und das ist ja wirklich leiwand, wenn man dann bei diesen so genannten ,Pro-Am-Turnieren', wo so Wappler wie ich gegen Profis antreten dürfen, gegen die Babsi Schett oder den Peter Stöger spielt. Bei so was sage ich gern zu, weil es Spaß macht."

Berühmt geworden sind Sie Anfang der 90er als Musical-Darsteller...
„ ... Musical-Darsteller mit Tanzverpflichtung', um genau zu sein. So steht das in den Verträgen dieser städtischen und staatlichen Bühnen. Weil sonst könnte ich für jede tänzelnde Schrittfolge eine Zulage kassieren. Ein Erfolg der Gewerkschaft."

Ihre Musical-Karriere haben Sie aber in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt?
„ Stimmt. Außer bei diesen gelegentlichen konzertanten Aufführungen mit Uwe (Kröger, Anm.), Pia (Douwes) und Marika (Lichter) habe ich mit dem Genre nicht mehr viel zu tun. Weil ich des Musicals müde bin. Ich habe neun Saisonen lang über 2.000 Vorstellungen en suite gespielt. Am Anfang war da natürlich eine große Faszination da. Weil ich das studiert habe und weil ich genau das machen wollte. Und vom Prinzip her ist das ja auch eine sehr klasse Sache, weil du mit vielen hervorragenden Profis auf und hinter der Bühne unter den besten Bedingungen zusammenarbeiten kannst. Du hast immerein volles Haus, eine enthusiasmierte Fangemeinde ..."

... um nicht „kreischende Teenies" zusagen ...
„ Ganz recht. Und es ist ja wirklich toll, eine Weltpremiere zu erarbeiten, wie das bei Elisabeth oder Freudiana der Fall war. Aber die immense Sorgfalt vor der Premiere weicht dann immer bald einer professionellen Routine. Und im Lauf dieser neun Jahre bin ich dann des Musicals etwas überdrüssig geworden. Die meisten Stücke und Inszenierungen sind mir schlicht zu albern. Die Möglichkeiten, in wirklich guten Musicals interessante Rollen zu spielen, sind begrenzt.“

Ist es nicht vielleicht auch ein Prinzip von Ihnen, immer dann, wenn die Gefahr besteht, endgültig festgelegt zu werden, bei nächster Gelegenheit von der Autobahn abzufahren? Sie sind ja auch in der Fernseh-Unterhaltung eine Zeit lang als legitimer Nachfolger von Peter Alexander für die Samstag-Hauptabendshow gehandelt worden.
„ (lacht schallend) Das ist aber dann eh schön schief gegangen, oder? - Fernsehen ist ja wirklich gefährlich. Wegen der eigenen Eitelkeit. Man weiß, da sehen einen heute Abend 600.000 Leute. Und zwar bildschirmfüllend. Und dann schreiben die Kronen Zeitung, Die ganze Woche und TV-Media über dich. Zwar nicht das, was du ihnen erzählt hast, und den Namen schreiben sie auch falsch, aber Wurscht: Du wirst Thema. Leute auf der Straße reden dich an und sagen ,Heast Wickerl, a schener Schaß, densd gestan im Fernsehen gmocht host' und ähnliches."

Die Popularitätsfalle?
„ Ja. Und an der eigenen Vorgabe, es immer besser machen zu wollen – besser als beim letzten Mal, besser als die anderen - scheitert man oft. An den Umständen. An sich selbst. Und an den vielen Kräften, die bei so einem Fernseh-Projekt zusammenwirken: Autoren, Redakteure, Abteilungsleiter etc. Bei dieser Sommer-Sendung Alles TV (2000) hat mich die damalige Intendantin Frau Zechner vor der ersten Show beiseite genommen und gesagt: ,Trau dich was! Sei jung und sei frech! Aber bitte mach keine Scherze über die Kirche, Politik, Frauen, Minderheiten, Alkohol und und und.' Ich hab dann gemeint: ,Kürzen wir das ab. Worüber darf ich scherzen?' Dementsprechend jung, frech und innovativ hat das Ganze dann auch ausgesehen."

Werden Sie diese beruflichen Erlebnisse auch in „Freistil" einbauen?
„ Ja. Aber sehr selbstkritisch. Weil ich selber schuld war. Ich habe mich nicht ordentlich genug auf die Hinterbeine gestellt. Wenn man da kritiklos von Fremden vorformulierte Texte vorträgt, die Klamotten anzieht, die sie einem geben, und sich Lidstrich und Schwuchtel-Föhnwelle verpassen lässt, dann darf man sich nachher nicht wundern und beschweren, dass das Ergebnis ein höchst Unerfreuliches ist. Ich war da oft viel zu inkonsequent."

So haben Sie dann auch diese Autobahn wieder verlassen.
„ Ja. Ich war eigentlich immer auf Schubladenflucht. Einzige Ausnahme: Mit meiner Band würde ich mich festnageln lassen. Ich würde mich beruflich wahrscheinlich sehr gerne ganz auf die Interpretation eigener Versionen von Jazz-Standards beschränken. Wenn ich davon leben könnte. Und so mir denn mein Soloprogramm gelingt, würde ich mich auch gerne als Kabarettist festmachen lassen. Ich würde mich einfach gerne viel weniger auf Jobs verlassen müssen, bei denen ich nicht der Alleinverantwortliche bin."

Daher also Solo-Kabarett in Eigenregie. Für „Freistil" werden Sie die ganze Bandbreite Ihres Könnens ballen? Also mit Komik, Gesang, Schauspiel, Parodie, Conference, Tanz ...?
„ Ich werde kurz körperlich andeuten, warum ich Tanz nicht so klass finde (lacht), aber alles andere kommt vor. Und ich habe eine Projektion auf der Bühne, mithilfe derer ich mit mir Dialoge führen kann. Dazu habe ich vier Parodien vorproduziert. Ich werde also quasi via Satellitenschaltung mit Otto Schenk, Karl-Heinz Grasser und dem Bundespräsidenten sprechen. Und ich nehme Abschied von meiner Peter-Alexander-Parodie. Ich verspreche hiermit mir und dem p.t. Publikum, dass ich dem lieben Peter nach diesem Programm endlich eine Ruh gebe."

Jörg Haider indes kommt definitiv nicht vor, steht im Pressetext.
„ Ja. Einerseits ist er nicht so wichtig. Und vor allem hat er schon viel zu viel Aufmerksamkeit bekommen. Sein Hype wäre nie möglich gewesen, wenn nicht immer alle Zeitungen auf seine Provokationen hineingefallen wären. Oder sich vorsätzlich draufgeschmissen hätten, weil er Quote bringt. Ich möchte ihm jedenfalls in meinem Programm in keiner Weise ein Forum bieten."

Worum geht es dann? Sie wären doch zum Beispiel schon langsam im besten Alter für eine kabarettistisch fruchtbare Midlife-Crisis.
„ Die habe ich schon hinter mir. Das war vor ein paar Jahren. Ich war ja immer sehr fleißig. Und dann habe ich irgendwann angefangen, darüber nachzudenken, was von mir bleibt, wenn mein Beruf nicht da ist. Erschreckend wenig, bin ich draufgekommen. Da bin ich dann sehr traurig geworden, habe eine Gesprächstherapie begonnen und dann beruflich viel zurückgeschraubt."

Woraufhin Sie in News prompt aus den Top-1000-Österreichern rausgefallen sind.
„ (lacht) Ja, das hat am meisten weh getan. Jedenfalls, diese Phase reflektiere ich auch im Programm. Mit der nötigen Selbstironie natürlich: diese Melancholie, diese Panik, dieses Sich-in-Frage-Stellen ..."

Was ist denn in Ihrem Leben dann in den Vordergrund getreten?
„ Ganz einfach: das, was man Privatleben nennt. Das qualitätsvolle Verbringen von Zeit mit Freunden, mit Dingen, die mir Spaßmachen und nicht mit dem Beruf zusammenhängen. Ich nehme mir jetzt auch seit dieser Lebens-Mittel-Krise, wie ich sie nenne, ganz offensiv Zeit für Tennis und Fußball. Ich betrachte mich dadurch als etwas wertvolleren Menschen. Und ich bin viel ausgeglichener, als ich das noch vor ein paar Jahren war. Ich war viel zu lang freiwillig in der Mühle. Das war bestimmt auch eine Flucht vor dem eigentlichen Leben."

Dementsprechend kümmern Sie sich in nächster Zeit auch beruflich vermehrt um Herzensangelegenheiten, wie ich den Spielplänen entnehme.
„ Absolut. Jetzt spiele ich mal mein Solo, dann gibt es im Simpl wieder einige Weihnachts-Konzerte mit meiner Band und im Februar geht es dann auf Hochzeitsreise."

Frisch verheiratet. Herzlichen Glückwunsch! Schon wieder eine ganz neue Rolle...
„ Absolut. Die ernsteste Rolle meines bisherigen Lebens (lacht). Aber auch die mit Abstand erfreulichste."


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Die Hektiker Silberhochzeit


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Was gibt es Neues?
WAS GIBT ES NEUES?
Viktor Gernot im Rateteam von WAS GIBT ES NEUES?
Oliver Baier lädt sich komödiantische Gäste ein, um sie dann zu aktuellen Geschehnissen der vergangenen Wochen zu befragen.
Ob Politik, Mode, Chronik, Kino, Sport , die Fragen können aus allen Bereichen sein. Gemeinerweise werden Fragen herausgesucht, deren Antwort man eigentlich nicht wissen, sondern nur erahnen bzw. erraten kann.


 
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